Allgemein - Rauris - Nationalpark - Sommer - Sommer & Winter - Salzburg-Rundgang

Nationalpark - Allgemeine Informationen über Rauris

Die Nationalparkgemeinde Rauris ist ein uralter Siedlungsplatz im Gebiet der Hohen Tauern. Schon um das Jahr 1300 vor Christus lebten hier Menschen, die sich auf den Abbau und die Verarbeitung von Erzen verstanden. Dies beweist das am Westfuß des Ritterkopfs gefundene Bronzeschwert.

In der Umgebung gab es noch mehrere Funde, die aus sehr früher Zeit stammen: Aus der Keltenzeit fand man in Rauris beim Hochtor ein Hufeisen, und im Seidlwinkltal wurde ein Stück eines Halsreifes aus dem 5. vorchristlichen Jahrhundert entdeckt.

Der Name Rauris selbst kommt aus dem Keltoromanischen und tauchte urkundlich erstmals 1122 nach Christus auf, als Bischof Friedrich von Freising zwei Höfe im Tal "Rurese" verschenkte.

Kein Siedlungsgebiet im Bereich der Hohen Tauern wurde so vom Bergbau geprägt wie Rauris. Die Tauern tragen hier den Beinamen "Goldberge". Dies deutet schon auf das wichtigste Erz hin, das in diesem Tal abgebaut wurde. Zwar ist es fraglich, ob schon in keltischer und römischer Zeit hier Gold und Silber abgebaut wurden, doch historisch verbürgt ist der wahre Goldrausch, der in der Mitte des 15. Jahrhunderts hier eingesetzt hat, und Rauris für ca. 100 Jahre zu einem der Zentren des europäischen Goldbergbaus gemacht hat. Bis zu 3000 Menschen waren in dieser Blütezeit im Bergbau beschäftigt und brachten dem Tal Wohlstand und Ansehen. Die Klimaverschlechterung der "Kleinen Eiszeit" machte ab 1650 den Abbau der in großen Höhen gelegenen Lagerstätten unmöglich. Durch die Goldlieferungen aus Amerika verfiel außerdem der Preis für dieses Edelmetall. So wurde der Bergbau hier unrentabel und ging bis zum 19. Jahrhundert immer mehr zurück, um schließlich völlig eingestellt zu werden.

Den letzten Versuch, den Goldbergbau in Rauris nochmals in Schwung zu bringen startete Ignaz Rojacher, doch auch dieser Versuch scheiterte. Doch er machte in seinem Leben noch ein zweites großes Experiment, das Sonnblick-Observatorium, welches ein riesiger Erfolg wurde. Seit über hundert Jahren ist das Observatorium laufend besetzt.

Im Raurisertal kann man vom Talschluss in Kolm Saigurn aus entlang des Naturfreundeweges bis zum Tauerngold-Rundwandderweg gehen. Während dieser Wanderung befindet man sich ständig auf historischen Bergbaustätten.

Die gotische Pfarrkirche von Rauris ist den Heiligen Jakob und Martin geweiht und sehr wichtig. Immerhin führt sie sogar den Zweitnamen "Pinzgauer Dom". Schon 1354 wurde sie urkundlich erwähnt. Ihre heutige Form erhielt sie 1510, doch 1706 wurde sie bei einem Dorfbrand fast vollständig vernichtet. 1780 errichtete man die Pfarrkirche im alten Stil wieder.

Das Bild des Hauptaltars stellt das "Goldopfer der Heiligen drei Könige" dar. Dies sollte damals ein Sinnbild für die Frömmigkeit der Einwohner und den Reichtum der Rauriser Bergknappen sein. Bemerkenswert sind die 9 Meter langen Stangen beiderseits des Altars, die sogenannten Knappenstangen. Diese alten Prangstangen sind mit einer Sage verknüpft. Als Knappen im Knappen-Haus am Goldberg eingeschneit waren, drohten sie zu verhungern. Sie wollten schon einen der ihren "schlachten und braten", doch dieser floh durch den Schornstein und konnte sich ins Freie durchgraben.

So wurden alle gerettet. Die Länge der Prangstangen beträgt rund 9 Meter und soll die damalige Schneehöhe anzeigen. Die Kirche und die sie umstehenden Gewerkenhäuser (= Bergwerkspächter) zeugen noch heute vom früheren Reichtum dieses Ortes.

Seit 1971 ist Rauris jedoch wieder über die Grenzen von Salzburg hinaus bekannt geworden, da in diesem Jahr die "Rauriser Literaturtage" ins Leben gerufen wurden. Sie haben viele bekannte Schriftsteller ins Tal gebracht, wie z. B. Thomas Bernhard, Peter Handke oder H. C. Artmann. Seit Mitte der 70er Jahre wird der "Rauriser Literaturpreis" vergeben, dessen bekanntester Preisträger wohl der österreichische Schriftsteller Franz Innerhofer ist. Er erhielt diesen Preis für seinen Roman "Schöne Tage", indem er das Leben und Leiden eines Bauernkinds in Uttendorf schildert.

Auskünfte des Fremdenverkehrsverbandes:
A-5661 RAURIS 948 m, Tel: 06544/20022