Nationalpark - Allgemeine Informationen über Hüttschlag.

Im Gebiet des Pongauer Anteiles des Nationalparkes Hohe Tauern liegt die kleine Gemeinde Hüttschlag. Der Name der Gemeinde weist auf ihre bedeutende Bergbauvergangenheit hin.

Bereits 450 vor Christus dürfte das Großarlertal besiedelt gewesen sein. Ein Grab und zahlreiche Funde aus dieser Zeit weisen es als frühen Siedlungsort aus. Wie die anderen Gemeinden, z. B. Muhr und Badgastein, haben sich hier auch viele slawische Flurnamen erhalten, was auf eine Besiedlung von Süden her schließen läßt. Aus dem 11. und 12. Jahrhundert sind Aufzeichnungen über eine Gruppe von Schwaighöfen überliefert (Schwaighöfe waren dauernd besiedelte Bauernhöfe mit ca. 60 Schafen, die dem Grundherren tributpflichtig waren).

Im Jahr 1399 verlieh der Fürsterzbischof dem Ort Großarl das Recht drei landwirtschaftliche Märkte im Jahr abzuhalten, und aus dem 1498 begonnenen Urbar ( = Steuerbeschreibung) erfährt man viel über die Wirtschaft in diesem Teil des Salzburger Landes. Der Kupferbergbau erreichte im 17. und 18. Jahrhundert seine Blütezeit. Das Kupfer aus Hüttschlag und Großarl war wegen seiner hohen Geschmeidigkeit besonders geschätzt. Noch im Jahr 1800 waren 225 Arbeiter im Kupferbergbau beschäftigt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts ging die Bedeutung des Bergbaus jedoch immer mehr zurück, bis schließlich sowohl Stollen als auch Schmelzhütte aufgelassen wurden.

Im Großarler Tal findet man viele alte, beeindruckende Bauernhöfe, die man teilweise bis ins 15. Jahrhundert zurückdatieren kann. Hier ist der Paarhof eine weitverbreitete Hofform, obwohl am Talschluß auch Einhöfe (wie in der Lungauer Gemeinde Muhr) zu finden sind. Ein Paarhof besteht aus dem Wohnhaus mit dem charakteristischen Glockentürmchen und der Stallscheue.

Neben den Bauernhöfen ist noch die frühbarocke Pfarrkirche von Großarl ein erwähnenswerter historischer Bau. Die einschiffige Hallenkirche wurde 1770 erbaut und brachte die Erhebung von Großarl zur selbständigen Pfarre mit sich.

Etwas älter ist die Pfarrkirche von Hüttschlag. Sie wurde im Jahre 1679 dem Heiligen Josef geweiht. Sehenswert ist hier der barocke Säulenhochaltar von Franz N. Streicher mit einem Bild von "Christi Geburt" aus dem 17. Jahrhundert und die Kanzel aus dem 18. Jahrhundert mit einem Moses-Relief. Neben diesen Sakralbauten sind noch zwei alte Gebäude der weltlichen Ordnung einen Besuch wert. Die Alte Wacht oder Stegenwacht ist die letzte erhaltene "alte Mautstelle" im Land Salzburg. Sie liegt direkt über der Liechtenstein-Klamm und diente dazu, den gesamten Warenverkehr zu kontrollieren.

Das zweite sehenswerte Gebäude ist der ehemalige Sitz des fürsterzbischöflichen Pflegers, die heutige Forstverwaltung. Dieses Objekt wurde 1709 errichtet und demonstrierte in der für die damalige Zeit in ländlichen Räumen ungewöhnliche Steinbauweise die Macht des Landesherren.

Auskünfte des Fremdenverkehrsverbandes:
A-5612 HÜTTSCHLAG; 1020 m
06417/ 204 - Fax 20475

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