Kloster Nonnberg - Kirchen und Klöster - Sehenswürdigkeiten - Salzburg-Rundgang
 

Andrew Bossi, Wikimedia, CC BY-Sa 2.5

Das Kloster Nonnberg

Andrew Bossi, Wikimedia, CC BY-Sa 2.5

Bereits vom Nonntal aus ist die Benediktinerinnen-Abtei Nonnberg zu sehen, die nordöstlich der Festung auf einer Terrasse des steilabfallenden Festungsberges liegt. Heute ist es das älteste christliche Frauenkloster mit ununterbrochenem Wirken auf internationaler Ebene.

Der Klosterkomplex setzt sich zusammen aus der Stiftskirche Maria Himmelfahrt, dem Kreuzgang, Kapitelsaal, Konvent, Küchenhof, Refektorium, der Alten Abtei, Johanneskapelle, dem Beichtvaterstöckl, Hofrichterstöckl, Mesnerstöckl, Nonnbergtor, Oberhof, der Pfisterei, Lourdesgrotte und Pietàkapelle.

Die Nonnberger Stiftskirche, Salzburgs älteste Marienkirche, gilt als eine der schönsten Kirchen der Stadt. Erreichbar ist sie über verschiedene Wege. Einer davon führt vom Kapitelplatz über die Festungsgasse bis zum Lodron-Bogen.

Bei der Wegzweigung entscheidet man sich für den weniger steilen Weg und liegt völlig richtig. Der links abzweigende, flach verlaufende Hohe Weg führt zum Stift Nonnberg. Entlang dieses Weges findet man die Nachbildung des sogenannten "Nonnberger Hundes", ein als Grenzstein dienender verwitterter romanischer Löwe.

Ein anderer Weg beginnt in der Nonntaler Hauptstraße. Einige Meter nach der St. Erhard Kirche gelangt man über eine schmale Treppe in die Nonnberggasse und nähert sich von der anderen Seite der Abtei.

Ausgehend von der Kaigasse führt der kürzeste Weg direkt über die Nonnbergstiege zum Stift.

Das Kloster Nonnberg ist das älteste, seit seiner Gründung in den Jahren 713 bis 715  ununterbrochen bestehende Frauenkloster. Als Gründer wird der Heilige Rupert (Hruodpert) bezeichnet, der das Kloster seiner Nichte Erentrudis als erster Äbtissin überantwortete.

Die Stiftskirche, eine dreischiffige spätgotische Basilika, ist der Maria Himmelfahrt geweiht. Das Mittelschiff trägt ein hohes Satteldach, die Seitenschiffe sind mit Pultdächern versehen.

Der romanische Turm im Westen datiert zurück auf die erste Hälfte des 12. Jahrhunderts und wurde im 19. Jahrhundert mit barocken Stilelementen und dem Zwiebelhelm versehen. Im Inneren der Kirche befindet sich eine Krypta.

Durch einen Brand 1423 wurden Teile der Kirche zerstört. Der noch heute bestehende gotische Bau entstand von 1464 bis 1506.

Aus der romanischen Zeit erhalten blieben Fresken im alten Nonnenchor und Teile des Portals. Seitlich des Portals stehen auf achteckigen Pfeilern Holzstatuetten: Kaiser Heinrich II, die Gottesmutter mit Kind und die Stiftsbegründer Rupert und Erentrudis.

Das Langhaus teilt sich in Nonnenchor im Westen und Laienchor im Osten. Der erhöhte Chor endet im 3/8 Schluss. Außergewöhnlich ist das spätgotische Netzrippengewölbe, das in seiner Ausgestaltung in den einzelnen Raumteilen variiert.

Die Eingänge zur Krypta befinden sich in den Seitenschiffen. Die Mauern der Krypta sind romanischen Ursprungs, das auf Säulen ruhende Netzrippengewölbe ist gotisch. Hier befindet sich das Felsengrab der Heiligen Erentrudis.

Der den Chor dominierende gotische Hochaltar von 1515 stammt aus der Kirche in Scheffau bei Golling und gelangte erst im Jahr 1853 in die Stiftskirche. Die Marienfigur mit Kind im Schrein des Flügelaltars wird von Figuren der Heiligen Rupert und Virgil flankiert.

Hinter dem Hochaltar ist das großteils im Original erhaltene Mittelfenster des Peter Hemmel von Andlau zu sehen. Es wurde 1480 gefertigt und zeigt Szenen des Marienlebens.

Reliefe und Malereien des rechten Seitenaltars stammen wie der Hochaltar aus der Werkstatt des Hallstätter Meisters. Das Hochrelief stellt die Vermählung der Heiligen Katharina dar. In der linken Chorapsis befindet sich eine um 1415/20 entstandene Pietà.

Drei an das rechte Seitenschiff angebaute Kapellen stammen aus dem Jahr 1624. Diese Kapellen wurden im 18. und 19. Jahrhundert mit barocken Marmoraltären versehen.

Der Klosterkomplex ist eng gruppiert. Statt wie üblicherweise südlich befindet sich der Kreuzgang des Stiftes westlich der Kirche.

Das Kloster beherbergt ein Stiftsmuseum mit einer bedeutenden Sammlung von mittelalterlichen Skulpturen, spätgotischen Flügelaltären, spätgotischer Malerei, mittelalterlicher Handschriften und Arbeiten des Kunstgewerbes.

Die Nonnen dieses Klosters verbringen ihre Zeit mit Aktivitäten im Kloster, wie das Betreiben der Bibliothek und des Archivs, aber auch in ihrer Keramikwerkstätte, einem Gästehaus und dem "Erentrudishof", einer biologisch geführten Landwirtschaft.


Lageplan und Routenplaner zum Kloster Nonnberg:

Kloster Nonnberg
Nonnberggasse
5026 Salzburg

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