Franziskanerkirche - Kirchen und Klöster - Sehenswürdigkeiten - Salzburg-Rundgang
 

Andreasdziewior, Wikimedia, CC BY-SA 3.0

Die Franziskanerkirche

Andreasdziewior, Wikimedia, CC BY-SA 3.0

Der markante Südturm und das schimmernde Dach der Franziskanerkirche sind bereits von weitem zu sehen. Die Kirche soll in ihrer ersten Form älter sein als der Dom des Heiligen Virgil.

Die Franziskanerkirche liegt an der Ecke Siegmund-Haffner-Gasse zur Franziskanergasse und schließt an die Residenz an.

Der Ursprung der heutigen Kirche ist nicht genau bekannt, er geht wohl bis in die Zeit des Heiligen Virgils zurück, in der das Bauwerk als Tauf- und Synodialkirche Salzburgs diente. Ursprünglich hieß die Kirche "Unsere Liebe Frau", doch als sie dem Franziskanerorden übergeben wurde, änderte sich ihr Name.

Ab 1139 scheint urkundlich hier eine Pfarrkirche auf, die aber durch einen Brand 1167 zerstört wurde.

Das spätromanische Langhaus der heutigen Kirche stammt aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts und ist somit eines der ältesten Baudenkmäler der Stadt.

Der Bau des gotischen Chores wurde unter Meister Hanns von Burghausen begonnen und von seinem Schüler Stefan Krumberger vollendet. Die Säule rechts vom Hochaltar trägt ein Bild der beiden Baumeister.

Um 1700 wurde das Hauptportal an der Siegmund-Haffner-Gasse und die Fassade barockisiert. Auf der rechten Seite des Portals kann man noch eine Schwurhand erkennen. An diese zum Schwur erhobene Hand knüpfen sich zwei verschiedene Überlieferungen. Die eine berichtet vom Steinmetz, der geloben mußte, niemals ein zweites Portal dieser Art zu schaffen. Die andere Überlieferung spricht von dieser Hand als Asylzeichen. Das bedeutet Asylrecht für jeden, der sich innerhalb der Kirchenmauern befindet.

Betritt man die dreischiffige Basilika über dieses Portal, offenbart sich ein besonderer Raumeindruck.

Das Langhaus, ein schmales Mittelschiff geprägt von wuchtigen Säulen, und der sich hinter einem schmalen Triumphbogen öffnende Chor liegen im mystischen Halbdunkel.

Der lichtdurchflutete, spätgotische Hallenchor mit schlanken Rundpfeilern liegt im vorderen Teil der Kirche. In der Mitte des Chors befindet sich der von Meister Fischer von Erlach entworfene Hochaltar, flankiert von Marmor-Doppelsäulen mit goldenen Kapitellen.

Vom früheren gotischen Hochaltar blieb einzig die Madonna erhalten, die nunmehr den Mittelpunkt des neuen Altars bildet. Das Jesuskind stammt aus neuerer Zeit.

Anfang des 17. Jahrhunderts wurde der Rundbogen des Chors mit gleich neun Kapellen ausgefüllt.

Die neun Kapellen auf toskanischen Säulen, mit reichem Wand- und Gewölbestuck, demonstrieren die Vielfalt barocker Verzierungen. Obwohl alle Kapellen der selben Epoche entstammen, werden sie doch von unterschiedlichen Stilelementen geprägt.

Eine der ersten Kapellen war die Karl-Borromäus-Kapelle links vom Hauptaltar. Sie datiert zurück auf das Jahr 1613 und wurde von Markus Sittikus für seinen Onkel gestiftet. Das mit goldverziertem Stuck eingerahmte Altarblatt zeigt das Attentat auf den Heiligen Borromäus.

Nach der in ihrer Ausführung der Karl-Borromäus-Kapelle ähnlichen Geburt-Christi-Kapelle folgt die Rochuskapelle. Sie besticht durch klare geradlinige Stuckaturen. 1625 wurde sie von der Stadt zum Schutz vor der Pest gestiftet.Die vierte Kapelle stammt aus dem 20. jahrhundert und heißt Kreuzkapelle.

Die fünfte, die Dreifaltigkeitskapelle, ist doppelt so tief wie die übrigen. Der dortige Marmoraltar von 1561 befand sich ursprünglich im alten Dom.

Bemerkenswert sind auch die letzten beiden Kapellen. Paolo Brenno gestaltete die goldgeschmückten Stuckaturen der Annakapelle. Die abschließende Franziskuskapelle hebt sich farblich durch ihren orangen Hintergrund ab. Gestiftet wurde sie um 1690 von Erzbischof Johann Ernst Thun. Altarblatt, Bilder und Wandmalereien mit Szenen aus dem Leben des Heiligen Franziskus schuf Johann Michael Rottmayr. Die Engel, Putten und Stuckornamente gestaltete Ottavio Mosto.

Verlässt man die Kirche über das Seitenportal sollte man einen genaueren Blick auf das innere, romanische Portal werfen. Das Tympanonrelief stellt Christus zwischen Petrus und dem Landespatron Rupert dar.

Im Gewände des Portals sind kleine Köpfe zu sehen. Kapitelle und Kehlen wurden mit zarten Ornamenten versehen.

Ein Schwibbogen über die Franziskanergasse verbindet die Kirche mit dem gegenüberliegenden Kloster.

Lageplan und Routenplaner zur Franziskanerkirche:

Franziskanerkirche
Franziskanergasse 5
5010 Salzburg

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