Festung Hohenwerfen - Burgen und Schlösser - Sehenswürdigkeiten - Salzburg-Rundgang

Allgemeine Informationen über die Festung Hohenwerfen

Memorator, Wikimedia, CC BY-SA 2.5

Seit vielen Jahrhunderten kontrolliert die Burg Hohenwerfen im Pongau den Weg über den Pass Lueg.

Schon im 11. Jahrhundert ließ Erzbischof Gebhard diese Burg als Sperrriegel für den Weg in und übers Gebirge errichten. Der "Investiturstreit" zwischen dem Papst und dem Kaiser hatte damals seinen Höhepunkt erreicht. Daher ließ der Erzbischof von Salzburg zeitgleich drei mächtige Burgen errichten: Hohensalzburg, Hohenwerfen und den Petersberg ob Friesach. Erzbischof Konrad I. ließ bereits Mitte des 12. Jahrhunderts die erste, 1077 errichtete Burganlage verstärken. Kleinere Um- und Neubauten wurden bis ins 16. Jahrhundert hinzugefügt.

Die Bauernkriege von 1525 und 1526 wirkten sich für die Burg Hohenwerfen verheerend aus. Die aufständischen Bauern, die gegen Salzburg vorrückten, überrannten und beschädigten die Burg.

Hohenwerfen wurde kampflos aufgegeben und von den Bauern niedergebrannt. Nachdem die Bauernaufstände aber schließlich niedergeschlagen wurden, gab Fürsterzbuschof Matthäus Lang von Wellenburg den Auftrag, die Festung Hohenwerfen wieder aufzubauen. Zur Strafe für die Aufstände wurden die Bauern aus der Gegend gezwungen, beim Wiederaufbau zu helfen.

1563 ließ Erzbischof Johann Jakob Kuen-Belasy ein umfangreiches Bauvorhaben auf der Burg Hohenwerfen durchführen. Er ließ die Burganlage in italienischer Festungsbaukunst umbauen. Die Burg sollte auch den neuen Feuerwaffen standhalten. Nach diesem Umbau war sie der heutigen Festung Hohenwerfen schon sehr ähnlich. 1573 ließ Erzbischof Johann Jakob den großen Palas errichten.

Im 30jährigen Krieg (1618-1648) wurde die Burg dann nochmals stark befestigt.

Erzbischof Paris Lodron ließ einen großen Pulverturm und 1623 eine prächtige Marmorzisterne errichten.

In den Napoleonischen Kriegen war man gezwungen, den Franzosen alle Kanonen auszuliefern. 1807 kam dann die Frage auf, ob die Burg vielleicht in ein Staatsgefängnis umgewandelt werden oder aber zerstört werden sollte. Kaiser Franz I., der damals in Österreich regierte, war natürlich gegen die Zerstörung. Doch das Fürsterzbistum Salzburg war an die Bayern gefallen, die sich nicht besonders um die alte Burg kümmerten. So verfiel sie stark.

Erst 1824 bis 1833 wurde die Burg schließlich renoviert. 1896 erwarb sie Erzherzog Eugen. Doch schon wenig später, 1931, wurde die Festung wieder teilweise zerstört, und zwar durch einen Großbrand. Der Wiederaufbau war schon ein Jahr später abgeschlossen. 1938 ging die Burg dann in den Besitz des Gaues Salzburg über.

Bereits in der ersten Phase der Bauzeit der Burg Hohenwerfen dürfte die Burgkapelle errichtet worden sein. Sie ist dem Hl. Sigismund geweiht und zeigt heute noch Spuren romanischer Bausubstanz. Früher war sie ein freistehender dreischiffiger Bau. 1565 wurde die Kapelle umgebaut und die Kapellenbastei vorgelagert.
Der Hochaltar stammt von Konrad Schwarz aus dem Jahr 1650. In der Altarmitte befindet sich eine Holzstatue, die Maria mit ihrem Kind zeigt. Die Statue stammt aus dem Jahr 1480. Umrahmt wird der Altar von Figuren eines Bischofs, der Hl. Katharina und des Hl. Sigismund.
Die Seitenaltäre stammen aus den Jahren 1550 bis 1560 und zeigen rechts den Hl. Benno und links Christus am Ölberg.

Die Burg Hohenwerfen bietet als eine besondere Attraktion eine Greifvogelschau. Dieses "lebende Museum" gibt einen guten Einblick in die hohe Kunst der Falknerei. Die Jagd mit Greifvögeln war im Mittelalter ein hochherrschaftliches Privileg und wird hier auf der Burg Hohenwerfen weitergeführt. Die Flugvorführungen mit freifliegenden Greifvögeln finden von April bis November jeden Tag statt.

Im Zeughaus befindet sich eine Waffenschau aus dem Salzburg Museum.

Im untersten Geschoß der Ausstellungsräume befindet sich eine Sammlung alter Feuerwehrgeräte aus dem Markt und der Burg Werfen. Neben der militärischen Funktion hatte Hohenwerfen in der Geschichte Salzburgs noch eine wichtige Rolle. Die Burg war über Jahrhunderte Fronfeste und Staatsgefängnis. Inhaftiert war hier beispielsweise der Erzbischof Adalbert III, der aber nur 14 Tage auf der Burg verbrachte. Außerdem hielten die aufständischen Bauern hier 1525 den steirischen Landeshauptmann Siegmund gefangen. Der wohl prominenteste Gefangene aber war Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau. Er wurde hier im Jahr 1611 gefangengehalten, bevor er auf die Festung Hohensalzburg kam und dort starb.

Neben diesen bekannten Persönlichkeiten gab es natürlich viele unbekannte Leute, die teilweise jahrelang in dieser Burg einsaßen.

Anfahrtsplan und Routenplaner zur Erlebnisburg Hohenwerfen:

Erlebnisburg Hohenwerfen
5450 Werfen

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