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Festung Hohensalzburg - Legenden

Salzburger Stierwaschen

Obwohl Salzburgs Wappentier der Löwe ist, ist die Bezeichnung der Salzburger als "Stierwascher" üblich. Der Stier ist heute ein beliebtes Maskottchen in Stadt und Land. Woher kommt dies eigentlich?

Das hat seinen Ursprung in der Sage der Stierwascher auf der Festung Hohensalzburg. Diese Sage behauptet, dass einst Feinde die Stadt belagert haben und versuchten, die Festung zu stürmen. Lange schon lag der Feind um die Festung und die Lebensmittel auf der Festung wurden knapp. Das einzige essbare, was noch auf der Festung war, war ein Stier und nun gab der Erzbischof auch noch den Befehl dieses letzte Tier zu schlachten.

Da ging der Burghauptmann zum Erzbischof. Dieser war schon ganz verzweifelt, und er sagte dem Hauptmann, dass man die Belagerung nicht mehr lange ertragen könne. Er war nah daran, die Festung an den Feind zu übergeben. Da meinte der Burghauptmann, er solle ihm doch den Stier und noch drei Tage Zeit schenken. Der hohe geistliche Herr wusste zwar nicht, was er davon halten sollte, aber da der Hauptmann ein Mann von großem Mut war, gab er seiner Bitte nach.

Der Hauptmann nahm den Stier am Morgen aus dem Stall und ließ in von seinen Leuten schwarz bemalen. So führte man den Stier auf einer Bastion spazieren, damit die Feinde ihn sehen konnten. Zu Mittag führte man denselben Stier, jetzt jedoch weiß bemalt, auf einer anderen Bastion vor.

Genauso wurde er am Abend neu bemalt und wieder dem Feind gezeigt. Dies ging auch den nächsten und den übernächsten Tag so.

Da wurde es dem Heerführer der Feinde zuviel. Er befahl den Abzug, da die Verteidiger der Festung scheinbar noch soviel Vorräte hatten. Damit war die Festung, die Stadt und der Erzbischof gerettet.

Dies erklärt auch warum die mächtige Festung Hohensalzburg nie eingenommen wurde, denn neben den starken Mauern war auch noch die Klugheit ihrer Verteidiger zu überwinden.

Belagerung & Waffen

Die Festung Hohensalzburg wurde in ihrer Geschichte nur ein einziges Mal belagert. Zur Zeit des Matthäus Lang von Wellenburg zogen aufständische Bauern und Bergleute im Jahr 1525 in einem Aufstand gegen die Stadt Salzburg. Sie waren Anhänger des lutherischen Glaubens und waren nicht mehr bereit, hohe Abgaben an den erzbischof zu bezahlen.

In der Stadt öffneten ihnen die Bürger die Tore und verbündeten sich mit ihnen. Dem Erzbischof Matthäus Lang blieb also nichts anderes übrig, als sich auf die Festung zurückzuziehen.

Mit selbstgebauten Waffen und hölzernen Kanonen beschossen die Aufständischen die Festung. Noch heute zeigt eine mächtige gewundene Säule der Goldenen Stube eine Beschädigung, die von einem Treffer aus einer Bauernkanone stammt.

Durch Überlieferungen wissen wir noch heute viele Namen von Geschützen auf der Festung. Der große Mörser, der steinerne Kugeln mit einem Gewicht von 2 Zentnern und 90 Pfund verschoss,wurde "Der grob Püffl" genannt. Es gab auch noch ein großes Geschütz names "Die Singerin". Die kleineren Geschütze wurden "Skorpion" genannt, daneben existierten noch die "Trachl" (Drachen).

Legende zum Salzburger Stier

Der Erzbischof Leonhard von Keutschach war eine der schillerndsten Persönlichkeiten in der langen Reihe der Erzbischöfe und benutzte die Festung zum Ausdruck seiner großen Macht.

Eine Überlieferung behauptet, er habe das Hornwerk der Festung hinter dem Holzbalkon im Krautturm, den berühmten Salzburger Stier, deshalb bauen lassen, um den Bürgern der Stadt dreimal am Tag zu zeigen, wie mächtig er eigentlich war.

Leonhard von Keutschach hatte sehr oft Streit mit den Bürgern und seinen Untergebenen. Einer von ihnen, Georg von Wisbeck, beschwerte sich beim Erzbischof, dass dieser unrechtmäßig ein Lehen eingezogen habe.

Wisbeck beschimpfte den Bischof aufs Unflätigste. es wird erzählt, dass es Leonhard von Keutschach zu viel wurde und er seinen Untergebenen einfach zur Seite der Stadt beim Fenster hinaus hielt. Erst als Wisbeck alle seine Beschimpfungen und Forderungen zurücknahm, holte der Erzbischof ihn in den Hohen Stock zurück.

Wisbeck war von nun an ganz kleinlaut. Wer einmal den Abgrund gesehen hat, der vor dem Hohen Stock liegt, kann dies nur zu gut verstehen.