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Geschichte der Festung Hohensalzburg

Das unbestrittene Wahrzeichen der Stadt Salzburg ist die Festung "Hohensalzburg". Bereits zu Zeiten der Römer soll der Platz auf dem Mönchsberg zur Verteidigung befestigt gewesen sein. Das hatte den Grund, dass es von dem Platz auf dem Mönchsberg, auf dem die Burg bis heute thront, möglich war, das gesamte Umland und die Salzach zu kontrollieren.

Im Jahr 1077 gab Erzbischof Gebhard (1060-1088) den Befehl zum Bau einer Feste. Davor stand dort vermutlich schon ein kleineres Holzkastell zum schutz gegen die Truppen des Kaisers.

Erzbischof Eberhard stand im sogenannten "Investiturstreit" auf Seiten des Papstes Gregor VII. und war somit ein gefährlicher Gegner des Kaisers Heinrich IV., dessen Zorn er später noch spüren sollte.

Unter Erzbischof Konrad I. (1106-1147) wurde ein steinerner Wohnturm errichtet. Im 12. und 13. Jahrhundert wurde die gesamte Hochfläche des Burgberges in den Festungsring, den sogenannten "Bering", einbezogen. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Festung immer weiter ausgebaut.

Obwohl der Streit zwischen Kaiser und Papst (Investiturstreit) nun beigelegt war, lag Salzburg im Spannungsfeld zwischen Bayern und Österreich.

Erzbischof Burkhard III. von Weisspriach (1461-1466) ließ 1465 die vier großen Rundtürme an der Ringmauer errichten: den Glockenturm an der nördlichen Ringmauer, den Trompeterturm im Nordosten, den Krautturm im Norden und den Schmied- oder Arrestantenturm im Süden.

Der Nachfolger Burkhards, Bernhard von Rohr (1466-1481), ließ die nach ihm benannte Rohr-Bastei errichten. Dieser Erzbischof mußte sich gegen eine große Zahl von Feinden wehren, da die Salzburger Bürger mehr Rechte wollten und gegen die hohen Abgaben, die sie leisten mussten, protestierten. Im Inneren des Erzstiftes gab es Aufstände der Bergleute und Gewerken, auch das Patriziat der Stadt Salzburg strebte nach mehr Rechten und von außen wurde Salzburg durch die Türken bedroht. Bernhard von Rohr traute sich ein Jahr lang nicht, die Burg zu verlassen, trat aber schließlich von seinem Amt zurück.

Unter Johann Beckenschlager von Gran (1482-1489) wurden weitere Gebäude errichtet: das erste Zeughaus und der Schüttkasten.

Erst unter Erzbischof Leonhard von Keutschach (1495-1519) änderte sich der Bauzweck der Festung. Nicht mehr nur militärisch, sondern auch repräsentativ sollte die mächtige Burg sein. Er wollte ein sichtbares Zeichen seiner Macht setzen. Immerhin kamen aus dem Lande Leonhards ein Zehntel der weltweiten Goldproduktion und große Mengen an Silber. 58 Schrifttafeln und Marmorwappen mit einer Rübe, dem Zeichen des Leonhards von Keutschach, findet man heute noch auf der Festung.

Unter der Regierung Leonhards von Keutschach entstanden die kostbar ausgestatteten Fürstenzimmer; , die St. Georgs Kirche und der "Salzburger Stier". Seit Leonhard hat die Festung bis auf wenige kleine Änderungen ihr heutiges Aussehen.

Unter der Regentschaft von Kardinal Matthäus Lang von Wellenburg (1519-1540) wurde die Festung Hohensalzburg das einzige Mal belagert. Bauern und Bergmänner aus dem Innergebirg und die Bürger von Salzburg zwangen den Erzbischof 1525, 14 Wochen lang Zuflucht auf seiner Burg zu nehmen. Die Aufständischen konnten jedoch die Burg nicht einnehmen, und der Fürsterzbischof einigte sich mit ihnen.

Auch Wolf Dietrich von Raitenau baute weitere Teile der Burg aus, allerdings wurde er später von Erzbischof Markus Sittikus bis zu seinem Tod auf der Festung eingesperrt.

Der Dreißigjährige Krieg veranlaßte Erzbischof Paris Lodron (1619-1635) zu einer Modernisierung der Festung im damaligen Sinn. Er ließ die im Westen vorgelagerten Basteien verbreitern und die Dächer der Gebäude abflachen. Zu dieser Zeit entstanden auch die Wehrmauern auf dem Kapuzinerberg. Mit Errichtung der Kuenburgbastei, sie wurde 1681 vollendet, war der Ausbau Hohensalzburgs abgeschlossen.

Nach dem Ende des Fürsterzbistums Salzburg diente die Festung im 19. Jahrhundert als Kaserne und Gefängnis. Um 1900 wurde mit dem Bau der Standseilbahn begonnen, die bis heute einen bequemen "Aufstieg" auf die Festung möglich macht. Im 1. Weltkrieg waren auf der Festung italienische Offiziere inhaftiert. Die letzten Gefangenen, Rädelsführer des nationalsozialistischen Aufstandes in Lamprechtshausen, saßen im Jahr 1934 in der Festung ein. In den letzten Jahrzehnten wurden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an der Festung durchgeführt. Heute ist sie eines der meistbesuchten Tourismusziele Österreichs.