Theater und Museen - Das Salzburger Marionettentheater.

Im selben Gebäude wie das Salzburger Landestheater in der Schwarzstraße 24, befindet sich das weltberühmte Salzburger Marionettentheater.

Auf dem Spielplan stehen viele Mozart-Opern, wie "Don Giovanni", "Hochzeit des Figaro" oder die "Zauberflöte". Doch auch Opern anderer Komponisten werden hier meisterlich aufgeführt, wie z. B. „Hoffmanns Erzählungen“ von J. Offenbach.

Der Vorhang des Salzburger Marionettentheaters ging erstmals am 27. Februar 1913 auf. Der akademische Bildhauer Anton Aicher, ein gebürtiger Steirer, hatte damit eine berühmte Salzburger Sehenswürdigkeit ins Leben gerufen.

Prof. Hermann Aicher leitete das Theater mehr als ein halbes Jahrhundert - von 1927 bis zu seinem Tod im Jahr 1977. Seine Ausbildung als Bildhauer und seine technische Begabung ermöglichten die Entwicklung vom Kindertheater zum künstlerischen Spiel. Im zweiten Weltkrieg wurden die Marionetten als Fronttheater zwangsverpflichtet. Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau. Nach dem Tod von Anton Aicher ging die Leitung des Salzburger Marionettentheaters an Frau Professor Gretl Aicher über.

Diejenigen, die im Salzburger Marionettentheater das Märchen- oder Kasperltheater der Kindheit sehen, würden heute enttäuscht sein. Das internationale Publikum und vor allem die Tourneeveranstalter verlangen nach dem Musiktheater.

Das Führen der Puppen bedarf stetiger Übung. In der Konstruktion der Marionetten hat sich seit den Anfängen wenig geändert. Die 7 bis 8 Fäden jeder Puppe werden mit Hilfe des Führungskreuzes gezogen: drei für den Kopf, einer für den Rücken, je zwei für Arme und Beine. Als Prinzip gilt: so einfach wie möglich die Harmonisierung von Gesang und Bewegung ist noch schwierig genug. Konzentration und musikalisches Einfühlungsvermögen sind also eine Grundvoraussetzung für das Marionettenspiel.

Insgesamt 15 Menschen beschäftigt das Theater. Aufgaben und Können jedes einzelnen sind vielfältig. Fast alles an diesen Gebilden aus Holz, Draht und Stoffen wird selber gemacht. Gebastelt, modelliert, genäht. Die Köpfe, früher vom Prinzipal selbst geschnitzt, liefern nun Salzburger Künstler. Manche Figuren müssen in fünffacher Ausführung hergestellt werden, weil ja ein Kostümwechsel nicht möglich ist. Die Magie des Puppenspiels, so alt wie die Menschheit selbst, sorgt für das persönliche Engagement der Beteiligten und lockt junge Leute zur Mitarbeit. Bekannte Theaterleute schätzen die Professionalität der Mitarbeiter und sind daher den Marionetten schon jahrzehntelang verbunden. Dazu kommen die kollegiale Zusammenarbeit aller Beteiligten und die Unterordnung unter das gemeinsame Werk, die klingende Namen aus der Welt des Theaters und der großen Oper anzuziehen vermochten.

Durch diesen hohen Standard wird verständlich, warum das Salzburger Marionettentheater seit seiner Gründung bereits über 8 Millionen Besucher hatte. Gut die Hälfte dieser Besucher kamen bei den 850 Gastspielen in Städten auf allen Kontinenten dieser Welt.

Repertoire:
Wolfgang A. Mozart - Die Zauberflöte
Wolfgang A. Mozart - Don Giovanni
Wolfgang A. Mozart - Die Entführung aus dem Serail
Wolfgang A. Mozart - La Finta Giardiniera
Wolfgang A. Mozart - Le Nozze di Figaro
Wolfgang A. Mozart - Cosi fan tutte
Giacomo Rossini - Der Barbier von Sevilla
Jaques Offenbach - Hoffmanns Erzählungen
P. I. Tschaikowski - Der Nußknacker
Johann Strauß - Die Fledermaus

Öffnungszeiten:
Mai bis September, Weihnachten, Mozartwochen und Ostern.

Adresse:
Schwarzstraße 24
A-5020 Salzburg
Tel: +43 / 662 / 872406
Fax: +43 / 662 / 882141

Diese Seite empfehlen

Mister Wong del.icio.us Yigg Webnews LinkARENA digg