Sein Leben - Mozart - Kunst & Kultur - Salzburg-Rundgang
 

Portrait von Wolfgang Amadeus Mozart, gemacht von Barbara Krefft (1819)

Wolfgang Amadeus Mozart - sein Leben

Wolfgang Amadeus Mozart erblickte am 27. Jänner 1756 als siebtes Kind von Leopold und Anna (geborene Pertl) Mozart das Licht der Welt. Im Taufbuch der Dompfarre wurde er unter dem Namen "Joannes Chrysostomos Wolfgangus Theopilus Pergmayr" registriert. Den Namen "Wolfgang Amadeo" nahm er erst 1770 auf der ersten Italienreise an.

Er war neben seiner Schwester Maria Anna ("Nannerl"), geb. 1751, das einzige Kind, daß das erste Lebensjahr überlebte. Eigentlich wäre er das siebte Kind seiner Eltern gewesen. Schon früh erkannte der Vater, ein bedeutender Musikpädagoge, das herausragende Talent und die Musikbegeisterung seines Sohnes. Ab dem 4. Lebensjahr unterrichtete er Wolfgang gezielt in Musik, später auch in anderen Fächern. Schon 1761 hatte Mozart seinen ersten öffentlichen Auftritt in Salzburg. Der Vater ließ darauf hin Mozart mit seiner Schwester Nannerl als musikalisches "Wunderkind" auftreten. Die erste Konzertreise führte sie im Jänner 1762 nach München zum bayrischen Kurfürsten Maximilian II. Eine weitere brachte Mozart (September bis Dezember 1762) über Passau und Linz nach Wien, wo es zum berühmten Auftritt vor Kaiserin Maria Theresia kam (13. Oktober 1762): "Der Wolferl ist der Kayserin auf den Schooß gesprungen, sie um den Halß bekommen und rechtschaffen abgeküsst", schrieb der stolze Vater an seinen Vermieter Hagenauer nach Salzburg.

Der Brotherr Leopold Mozarts, Fürsterzbischof Sigismund Christoph Graf von Schrattenbach, unterstützte durch sein Wohlwollen die Reisetätigkeit der Mozarts. Er ernannte den Vater am 28. Februar 1763 sogar zum Vizekapellmeister. Schon im Juni begann die große Westeuropareise, die die Mozarts nach Deutschland, die Niederlande, Frankreich, England und die Schweiz führte, und einen weiteren großen Erfolg darstellte.

Vor allem die 1. Parisreise (November 1763 bis April 1764) war für den jungen Wolfgang ein triumphaler Erfolg. Hier wurden die Mozarts "gnädig" bei Hofe von Ludwig XV. empfangen, und dort erschienen auch die ersten Werke (2 Sonaten, KV 6 und 7) im Druck. Den zweiten Höhepunkt dieser beinahe 3 1/2-jährigen Tourneereise bildete der Aufenthalt in London (April 1764 bis Juli 1765), wo sie ebenfalls mehrmals bei Hofe (König Georg III.) empfangen wurden. Für Wolfgang ergaben sich während dieser Reise viele Kontakte zu zeitgenössischen Musikern, der stärkste Einfluß ging dabei von Johann Christian Bach (London) aus. Mozart entwickelte sich musikalisch weiter. In London entstanden auch seine ersten Symphonien.

Nach der Rückkehr nach Salzburg (29. November 1766) setzte Mozart seine Komponiertätigkeit rege fort. Unter anderem entstanden die lateinische Schulkomödie "Apollo und Hyacinthus" KV 38 und der 1. Teil des Oratoriums "Die Schuldigkeit des ersten Gebots" KV 35. Von September 1767 bis Jänner 1769 erfolgte dann die 2. Wienreise.

Mozart dirigierte zwar erfolgreich seine "Waisenhausmesse" KV 139 (47 a) und führte im Hause des berühmten Arztes Franz Anton Mesmer "Bastien und Bastienne" KV 50 (46 b) auf, konnte aber bei Hof nicht richtig Fuß fassen.

"La finta semplice" KV 51 (46 a), von Kaiser Joseph II. angeregt, kam trotz der Protektion Christoph Willibald Glucks bei Hofe nicht zur Aufführung. Eine Theaterintrige gegen den jungen Komponisten verhinderte dies. (Die Opera buffa wurde wahrscheinlich erst im Mai 1769 in Salzburg aufgeführt.)

1769 wurde Mozart zum (unbesoldeten) Konzertmeister der Salzburger Hofmusik ernannt. Nach wieder kaum einjährigem Aufenthalt in Salzburg traten Vater und Sohn Mozart die 1. Italienreise an. In den großen Städten (Verona, Mailand, Florenz, Rom, Neapel) und auf Einladung von Adeligen wurden Konzerte gegeben. Mozart feierte durchgehend große Erfolge und erhielt auch die beabsichtigten lukrativen Kompositionsaufträge (für Padua, Mailand, Venedig, ...). Er legte bei Padre G. B. Martini die berühmte Prüfung ab, traf auf Piccini, Sammartini und den Kastraten Farinelli. In Rom wurde Mozart in den Orden zum Goldenen Sporn (im hohen Rang eines Ritters) aufgenommen. Seine Oper "Mitridate, Rè di Ponto" KV 87 (74 a) wurde im Oktober 1770 in Mailand 22 Mal aufgeführt. Im März 1771 kehrte Mozart nach Salzburg zurück.

In den nächsten zwei Jahren folgten noch zwei kürzere Italienreisen - von August bis Dezember 1771 und von Oktober 1772 bis März 1773. Hierbei entstanden das Oratorium "La betulia liberata" für Padua und die Serenata "Ascanio in Alba" KV 111 für Mailand auf der zweiten Reise. Während des dritten Italienaufenthalts wurde "Lucio Silla" KV 135 in Mailand aufgeführt.

Zwischen der zweiten und dritten Italienreise kam es in Salzburg zu einer einschneidenden Veränderung, die letztendlich zu Mozarts Übersiedlung nach Wien führte. Sigismund von Schrattenbach, Fürsterzbischof von Salzburg und Förderer Mozarts, verstarb. Sein Nachfolger, Hieronymus Graf Colloredo war nicht mehr der barocke Fürst, sondern ein Vertreter der Aufklärung. Hinzu kam noch, daß der neue Fürsterzbischof nicht das Verständnis für die Reisetätigkeit der Mozarts besaß, wie sein Vorgänger. Außerdem setzt er ein neues Reglement für die Kirchenmusik ein, die die Entfaltungsmöglichkeiten der Komponisten beschränkte. Da Mozart sich immer mehr zum Freigeist entwickelte, musste dies über kurz oder lang zum Konflikt mit dem Erzbischof und dessen Vorstellungen führen. Während der nächsten 4 Jahre hielt sich Mozart, bis auf Reisen nach Wien und München, durchgehend in Salzburg auf.

Die Familie war nach der Rückkehr von der 3. Italienreise aus Platzgründen von der Getreidegasse auf den Makartplatz übersiedelt. Grund für die geringere Reisetätigkeit war wahrscheinlich vor allem Mozarts Anstellung bei Erzbischof Hieronymus Graf Colloredo.

Mozart entwickelte seine Kompositionstechnik weiter, wobei ihn das Zusammentreffen mit Joseph Haydn in Wien und die Beschäftigung mit der beginnenden Wiener Klassik stark beeinflusste. In seinem Werk erlangte, neben den durch seinen Brotherrn bedingten Kirchenmusikkompositionen, die Instrumentalmusik immer größere Bedeutung (Symphonien, Konzerte, Serenaden).

Nachdem er weder in München (Juli bis September 1773), noch in Wien (Dezember 1773 bis März 1774) eine Anstellung erlangte, erbat Mozart im August 1777 seine Dienstentlassung um sein "Glück weiter zu suchen".

Mozarts Reise nach Paris (September 1777 bis Jänner 1779) war aber von Unglück und Mißerfolg überschattet. Seine Mutter starb am 3. September 1778, und die erhoffte Anstellung blieb aus. Der Vater Leopold konnte zwar die Wiederanstellung Mozarts als Hoforganist (17. Jänner 1779) erreichen, der spätere Eklat war aber bereits vorhersehbar.

W. A. Mozart war nicht gewillt sich dem strengen Dienstreglement des Erzbischofs zu unterwerfen. Im März 1781 reiste er auf Weisung des Fürsterzbischofs nach Wien, wo sich der Konflikt mit seinem Dienstherrn zuspitzte. Nach wiederholten Auseinandersetzungen wurde Mozart am 8. Juni 1781 mit einem Fußtritt des Oberstküchenmeisters Graf Arco entlassen. Im letzten Jahr in Salzburg entstand noch seine Opera seria "Idomeneo, Re di Creta" KV 366 (1780) für München, die dort Ende des Jahres zur Aufführung kam.

Mozart fasste in Wien rasch Fuß und verdiente seinen Lebensunterhalt als Opernkomponist, Klaviervirtuose mit eigenen Kompositionen und als Lehrer. Ab August arbeitete er im Auftrag Gottlieb Stephanies am Singspiel "Die Entführung aus dem Serail" KV 384, mit dem er am 16. Juli 1782 seinen ersten großen Opernerfolg in Wien feierte. Kurz darauf wurde die Haffner-Symphonie KV 385, eine Auftragsarbeit anläßlich der Adelung Sigmund Haffners des Jüngeren (Sohn des Salzburger Bürgermeister), fertig.

Am 4. August heiratete Mozart ohne die Einwilligung seines Vaters Constanze Weber. W. A. Mozart komponierte in den Jahren bis 1785 vor allem Klavier- und Kammermusik, u. a. die sechs Joseph Haydn gewidmeten Streichquartette (KV 387, 421, 428, 458, 464, 465). Vor allem mit seinen Klavierkonzerten feiert Mozart große Erfolge.

Ende Juli bis November 1783 hielt sich Mozart ein letztes Mal in Salzburg auf. Constanze sollte endlich dem Vater vorgestellt werden. Während dieses Aufenthalts wurde am 26. Oktober unter der Leitung des Komponisten die unvollendet gebliebene c-Moll-Messe KV 427 (417a) in der Stiftskirche St. Peter uraufgeführt. Constanze Mozart sang die Sopranpartie. Im folgenden Jahr trat der Freidenker Mozart der Freimaurerloge "Zur Wohlthätigkeit" bei.

Ab 1785 wendete sich W. A. Mozart in seinem Schaffen vermehrt der Oper zu. In Zusammenarbeit mit Lorenzo da Ponte entstand 1785/86 "Le Nozze di Figaro" KV 492, die am 1. Mai im Burgtheater uraufgeführt wurde.

1787 wurde "Don Giovanni" KV 527 (2. Da-Ponte-Oper) fertiggestellt. Auch seine Reisetätigkeit nahm der Komponist wieder auf. Er besuchte die Erstaufführungen seiner beiden Opern in Prag und begab sich nach Preußen an den Hof König Friedrich Wilhelm II. Mozart erreichte künstlerisch wie gesellschaftlich einen neuen Höhepunkt, der ihn zu einem überzogenen Lebensstil verleitete. Zwar wurde Mozart am 7. Dezember zum Kammer-Musiker bei Hof ernannt (800 Gulden jährlich), trotzdem mußte er sich mehrmals Geld leihen. In dieser Zeit entstanden auch die letzten Symphonien (z. B. die "Jupiter-Symphonie" KV 551), zahlreiche Klavierwerke und Kammermusik (u. a. "Eine kleine Nachtmusik" KV 525 und der "Musikalische Spaß" KV 522).

Mozart war auch in den nächsten Jahren künstlerisch und finanziell erfolgreich. "Cosi fan tutte" KV 588, die dritte Da-Ponte-Oper, wurde ebenso wie die "Zauberflöte" KV 620 (1791) ein großer Erfolg. Nur seine Krönungsoper "La Clemenza di Tito" KV 621 (Uraufführung am 6. September 1791 in Prag) wurde vom Hof als mißglückt betrachtet. Mozarts Versuch, die barocke Tradition der Festoper mit den neuen zeitgenössischen Strömungen zu verbinden, ging am Geschmack des Hofes vorbei. Die Schulden der Familie Mozart stiegen rasant an. Trotz des guten Verdienstes hatte die Verschwendungssucht und die kommerzielle Unfähigkeit des Ehepaar Mozarts verheerende Auswirkungen auf die Finanzlage.

Im Spätsommer 1791 erkrankte Mozart, die Situation war aber noch nicht ernst. In den ersten Dezembertagen trat dann eine dramatische Verschlechterung ein, die seinen Tod zur Folge hatte. Am 5. Dezember verstarb Wolfgang Amadeus Mozart in seiner Wohnung, Rauhensteingasse Nr. 8. Es gibt viele Spekulationen rund um seinen Tod. Als Todesursachen wurde damals "hitziges Frieselfieber" genannt, wahrscheinlich starb er aber an Rheuma, Syphilis oder einem Herversagen.

In den letzten Wochen vor seinem Tod arbeitete Mozart an seinem unvollendeten Requiem KV 626, um das es bis zum heutigen Tag immer wieder wilde Spekulationen gab. Der "mysteriöse" Auftraggeber wurde aber inzwischen als Graf Walsegg-Stuppach identifiziert, der sich nur mit fremden Federn schmücken wollte.

Mozart wurde aufgrund seiner inferioren Finanzsituation in einem Schachtgrab (Armenbegräbnis) am St. Marxer Friedhof beigesetzt. Die genaue Lage der Grabstätte konnte aber nie lokalisiert werden. Das später errichtete Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof ist leer.