Wolf Dietrich - Geschichte - Salzburg-Rundgang

Salzburg - Geschichte: Wolf Dietrich

Wolf Dietrich von Raitenau (*1559, †1617; Erbischof von 1587-1612) wurde bereits mit 28 Jahren zum Erzbischof gewählt und erwarb sich nicht nur durch die Zentralisierung der Verwaltung und den Ausbau des Schulwesens große Verdienste. Sein besonderes Hauptaugenmerk galt städtebaulichen Anliegen. Wolf Dietrich war hoch gebildet, allerdings hatte er ein sehr unberechenbares Wesen.
Während seiner Amtszeit wurde die alte Residenz umgestaltet und auf der gegenüberliegenden Seite des gleichnamigen Platzes die neue Residenz errichtet. Auf der anderen Salzachseite entstand das später unter Erzbischof Harrach prächtig ausgestaltete Schloss Altenau, das uns heute als Schloss Mirabell bekannt ist. Er baute es für seine Geliebte Salome Alt. Ein weiterer Schritt in eine Modernisierung von Stadt und Land war die Einführung der Stadtbeleuchtung mit Pechpfannen sowie die Errichtung erster landesfürstlicher Poststationen.

Seine Amtszeit war glanzvoll und er wurde vom Volk teilweise sehr geliebt, allerdings hatte er einen sehr traurigen Abschied aus seinem Amt als Erzbischof. Es gab kriegerische Auseinandersetzungen mit den Bayern, in denen es um den ertragreichen Salzhandel ging (Salzkrieg, 1611). Wolf Dietrich musste aus der Stadt nach Kärnten flüchten, allerdings wurde er von den bayrischen Truppen kurz darauf gefangen genommen. Das gleiche Schicksal traf seine Geliebte Salome Alt und ihre Kinder. Von seinem Nachfolger Markus Sittikus wurde er bis zu seinem Lebensende auf der Festung Hohensalzburg festgehalten und starb dort an einem Schlaganfall. Er hatte kein zölibatäres Leben geführt, gemeinsam mit seiner Lebensgefährte hatte er insgesamt 15 Kinder.