H.C. Artmann - Geboren & Gelebt - Salzburg-Rundgang

Geboren und Gelebt - H.C. Artmann

Hans Carl Artmann gilt als einer der bedeutendsten österreichischen Literaten der Nachkriegszeit. Der vielseitige Schriftsteller und Übersetzer, am 12. Juni 1921 in Wien-Breitensee geboren, beeinflusste die Dichtung nach 1945 wesentlich.

Er wuchs bei seinen Eltern in wien auf und arbeitete nach Abschluss deer Hauptschule drei Jahre lang als Büropraktikant, bevor er 1940 zur wehrmacht eingezogen wurde. Er kämpfte im Zweiten Weltkrieg und wurde stark verwundet, danach musste er bis zum Kriegsende in einem Strafbataillon bleiben.

1952 begründete er die Wiener Gruppe mit, deren bekanntester Vertreter er bald wurde. 1954 begann er mit einer regen Reisetätigkeit durch viele Länder. Vom Wahnsinn des 2. Weltkriegs geprägt, lehnte Artmann sich gegen das Gesellschaftssystem, das dazu führte, auf. Artmann mäßigte seinen ursprünglich eher provokanten Stil jedoch schon bald, was zur Entfremdung mit der Wiener Gruppe und seinem Ausscheiden 1960 führte.

Ab 1972 lebte er in Salzburg, wo er die Schriftstellerin Rosa Pock heiratete. Obwohl seine Ruhelosigkeit ihn auch oft wieder in andere Städte und Länder trieb, kehrte er jedes Mal wieder nach Salzburg zurück. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Artmann mit seiner Frau in Wien. Dort verstarb er am 4. Dezember 2000 an einem Herzversagen. Er bekam ein Ehrengrab im Wiener Zentralfriedhof.

Artmann ist im Gegensatz zu Handke und Bernhard nicht so sehr durch die persönlichen Lebenserfahrungen der Jugendzeit geprägt, sondern eher durch die allgemeinen gesellschaftlichen Realitäten. Literarisch verbindet er Trivialmythen, Schwank, Possen und Alttagselemente mittels Erzählformen wie Reiseberichten und Montagen.

H.C. Artmann wechselte seine Wohnsitze (Wien bis 1960, Stockholm, Berlin, Lund, Malmö, Graz) in den 60er Jahren sehr oft. Erst Salzburg konnte für den Dichter, wie für viele Künstler vor ihm, zu einer dauerhafteren Heimat werden.

Auch die literarische und wissenschaftliche Anerkennung für sein Werk blieb ihm nicht versagt: 1974 bekam er den Großen Österreichischen Staatspreis, 1991 verlieh man ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Salzburg.