Weihnachten in Salzburg - der Brauch des Bachlschneid.
Der Hl. Abend ist ein Fasttag. Streng genommen sollte bis Sonnenuntergang nicht gegessen werden! Dieser Brauch ist einer schwer arbeitenden bäuerlichen Bevölkerung natürlich nicht zuzumuten. Ist der Hl. Abend auch beinahe schon ein Feiertag, an dem sich die Arbeit auf häusliche Dinge konzentriert, so wollen die Kühe doch gefüttert werden.
Eine der traditionellen Arbeiten an diesem Tag ist das Messerschleifen. Alle Küchengeräte sollen vor den Weihnachstsfeiertagen in bestem Zustand sein, schon deshalb, weil in früheren Zeiten um Weihnachten meist geschlachtet wurde. Damals wurden sämtliche Messer eines Haushaltes geschärft, meist am Ufer eines Gebirgsbaches, der das Schleifrad antrieb. Kam dann der Schleifer durchfroren ins Haus, wurde ihm das Bachlkoch, ein reichhaltiges Gericht aus Mehl, Eiern, Milch und viel Honig serviert. Heute ist das Bachlkoch vor allem eine Leckerei für Kinder. Für die Erwachsenen besteht die Mittagsmahlzeit meist aus Kletzenbrot und einer Spezialität des Pinzgaus und Pongaus, dem „Blaukas“. Blaukas ist ein Magerkäse, der, mit Edelpilzkulturen geimpft, in langen Wochen zu seiner von Kennern geschätzten Konsistenz und Farbe reift.
Jeder Salzburger Feinschmecker, der auf sich hält, hat seinen eigenen Blaukas-Lieferanten. In Lebensmittelgeschäften wird man ihn kaum finden. Wer also zu "Kas und Kletzenbrot" eingeladen wird, sollte eine Kostprobe auf keinen Fall ablehnen!





