Der Mann im Salz - Sagenhaftes Salzburg - Brauchtum - Salzburg-Rundgang

Sagenhaftes Salzburg - Der Mann im Salz

Diese Sage geht zurück auf eine 1734 freigelegte Leiche. Bergleute in Hallstatt fanden sie bei der Arbeit im Franz-Josephsstollen. Der Körper war ausgedörrt und von "seltsamen Fußgeruch", die Bergmänner hielten die durch das Salz gut konservierte Leiche aber für gerade hundert Jahre alt.

Schließlich wurde die Leiche auf dem Kirchfriedhof von Hallstatt beigesetzt. Im Volk blieb der Mann im Salz noch lange als der "geselchte Teufel" in Erinnerung und ist nun in vielen Sagen enthalten. Dass es sich bei dem Stollenfund um einen prähistorischen Bergmann handeln könnte, wäre damals niemandem in den Sinn gekommen.

Rund 100 Jahre später wurden weitere sieben Skelette westlich des Rudolfsturms gefunden. Der Bergbeamte Johann Georg Ramsauer zeigte sich bei dieser Entdeckung wesentlich sensibler. Er dokumentierte den Fund genau und überwachte die Freilegung. Das war der Beginn der systematischen Ausgrabungen des riesigen Hallstädter Gräberfeldes, die Ramsauer, der zudem zwölffacher Familienvater war, in den folgenden Jahren vor schwere finanzielle Probleme stellten.

Auch wissenschaftlich war er lange Zeit auf eigene Beobachtungen angewiesen. Für den Kaiserhof in Wien galten die Funde in Hallstatt als Kuriosum. Für die Hofgesellschaft war es eine willkommene Abwechslung, während des Sommeraufenthalts in Bad Ischl, zu einer Graböffnung nach Hallstatt zu fahren. Ramsauer brachte seine unermüdliche Tätigkeit schließlich einen hohen Orden ein.