Samson - Brauchtum im Jahreskreis - Brauchtum - Salzburg-Rundgang

Brauchtum im Jahreskreis - Der Samson

Dorothea Witter-Rieder, Wikimedia, CC BY-SA 3.0

Im Sommer bieten mehrere Orte im Lungau ein besonderes Spektakel. Am Fronleichnamstag (bzw. einem festgelegten Tag im Juni oder Juli) zieht durch Tamsweg, St. Michael, Muhr und Ramingstein der "Samson", eine meterhohe Holzfigur. Begleitet wird er von zwei immerhin noch mannsgroßen "Zwergen". Sie sind der Rest einstiger Fronleichnams-Schauumzüge, die zur bildlichen Darstellung des biblischen Geschehens rund um Samson veranstaltet wurden.

Ein einziger Mann trägt, im hohlen Inneren versteckt, die etwa sechs Meter hohe und um die achtzig Kilo schwere Holzfigur. Sie ist mit einer Tunika und Rüstung bekleidet und hält in einer Hand eine Lanze. In der anderen trägt sie die Eselsbacke, mit der der biblische Samson die Philister zu Hunderten erschlug. Um die Hüfte hat Samson einen Krummsäbel gegurtet, und auf dem riesigen Kopf sitzt ein blecherner Kriegerhelm.

Den Ursprung des Samson-Brauchs kennt man bis heute nicht so genau. Die älteste samsonähnliche Figur ist seit 1635 in Tamsweg bezeugt, allerdings geht der Brauch aber wahrscheinlich in die mythische Vorzeit des Gebirgsgaus zurück, als heidnische Riesenfiguren zum Schutz vor Ernteschäden bei Flurumgängen mitgetragen wurden.

Heute ist der Samson-Umzug ein Fest für das ganze Dorf. Die Figur wird von Musikkapellen und Prangerschützen begleitet. Hin und wieder halten sie an und führen den Samsontanz, einen würdevollen Tanz, auf. Bei Wirtshäusern bekommen sie deshalb etwas zu trinken, werden örtliche Persönlichkeiten mit einem Tanz geehrt, erwartet sich der Riese dafür eine angemessene Geldspende.