Brauchtum im Jahreskreis - Die Prangstangen.
Der Umzug mit Prangstangen, meterhohen mit Blumen geschmückten Stangen, ist eine Spezialität der Orte Zederhaus und Muhr im Lungau. Angeblich liegt dem Brauch ein Gelübde zugrunde: Die Dorfbewohner wollten alljährlich die blumengeschmückten Stangen um das ganze Dorf und über die Felder zu tragen. Dafür sollten sie von einer drohenden Heuschreckenplage verschont bleiben.
Das Tragen der schweren Stangen ist das Vorrecht der unverheirateten Burschen. Aber es reicht noch nicht aus, nur ledig zu sein - auch Alimentationsverpflichtungen darf ein Prangstangenträger nicht haben! Das ganze Dorf ist an der Herstellung des Blumenschmucks beteiligt.
Schon in den ersten Juniwochen beginnen die Vorbereitungsarbeiten. Bis zu 50.000 Blumen (Margeriten, Enzian, Pfingstrosen, Bergnelken) werden gesammelt und zu Blumengirlanden geflochten.
Je zwei Burschen tragen eine Stange und voller Stolz das Abzeichen ihres Ehrenamtes - das schärpenartig über die linke Schulter gelegte Tuch und den frischen Rosmarinstrauß am Hut. Nach dem Umzug werden die Prangstangen feierlich in die Kirche getragen, wo sie bis Maria Himmelfahrt (15. August) als Sinnbild des Lebens stehenbleiben. Die verdorrten Blumen werden nach Hause genommen und im Winter an den drei heiligen Weihnachtstagen zum Räuchern verwendet.





