Prangstangen - Brauchtum im Jahreskreis - Brauchtum - Salzburg-Rundgang

Brauchtum im Jahreskreis - Die Prangstangen

Prangstangen sind bis zu acht Meter hohe mit Blüten oder Wolle umflochtene Stämme, die zuvor entrindet wurden. Der Umzug mit den geschmückten Stangen stammt aus den Orten Zederhaus und Muhr im Lungau. Angeblich liegt dem Brauch ein Gelübde zugrunde: Die Dorfbewohner sollten alljährlich die blumengeschmückten Stangen um das ganze Dorf und über die Felder tragen, um von einer drohenden Heuschreckenplage verschont zu bleiben.
Jährlich beteiligt sich das ganze Dorf an der Herstellung des Blumenschmucks, der aus etwa 50000 frischen Almblumen besteht. Damit wird schon Anfang Juni begonnen.

Für das Tragen der 80 bis 100 kg schweren Stange sind unverheiratete Burschen zuständig. Je zwei Personen tragen voller Stolz eine Stange, das schärpenartig über die linke Schulter gelegte Tuch (als Abzeichen ihres Ehrenamtes) und einen frischen Rosmarinstrauß am Hut. Derjenige, der die Stange öfter trägt, wird "Prangstangenmoar" genannt.

Die Prangstangen werden zu kirchlichen Festtagen im Frühjahr getragen und dann in der Kirche aufgestellt. Dort bleiben sie bis zu Maria Himmelfahrt (15. August) als Sinnbild des Lebens stehen. Dann werden die Blüten abgenommen und als Weihkräuter aufbewahrt, damit sie im Winter zum Räuchern verwendet werden können.