Brauchtum im Jahreskreis - Die Oberndorfer Piratenschlacht.

Alle zwei Jahre findet am 15. August auf der Salzach bei Oberndorf das Schifferstechen statt. Der rauhe Wettbewerb soll an die Zeit erinnern, als das in Hallein und Hallstatt gewonnene Salz mit großen flachen Schiffskähnen über Salzach und Inn zur Donau transportiert wurde.

Die Bootsmannschaften versuchen dabei, sich gegenseitig mit langen Holzstangen über Bord zu stoßen. Für einige endet die Schlacht unweigerlich in der kühlen Salzach.

Jedes fünfte Jahr (zuletzt 1995) führen die Oberndorfer die „Piratenschlacht“ auf. Das bunte Spektakel lockt jedes Mal tausende Zuschauer an. Räuberische Boote greifen die Salzflotte auf dem Fluss an, aber die Schiffergarde ist wachsam und kommt sofort zu Hilfe. Die Seeräuber werden überwältigt und vor Gericht gestellt. Es geht aber glimpflich aus: Mit einem Faß Bier kann der Piratenhäuptling die Freiheit für sich und seine Bande zurückkaufen.

Schifferstechen und Piratenschlacht sind heute nur buntes Brauchtumstreiben. Aber in der Vergangenheit war der Salztransport ein wichtiger Wirtschaftszweig des Landes.

Bereits 1278 wurde die Schiffergilde gegründet, und nur deren Mitglieder waren berechtigt, die Salzkähne zu steuern. Jahrhundertelang existierte eine Schiffermiliz zum Schutz der kostbaren Salztransporte gegen räuberische Übergriffe

Wie in der „Piratenschlacht“ kam es auch in Wirklichkeit oft zu Kämpfen Boot gegen Boot. Wo damals aber meist Blut floss, fließt heute Bier.

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