Maibaum - Brauchtum im Jahreskreis - Brauchtum - Salzburg-Rundgang
 

Florian Schott, Wikimedia, CC BY-SA 3.0

Austellen des Maibaums

Brauchtum im Jahreskreis - Der Maibaum

Florian Schott, Wikimedia, CC BY-SA 3.0

Der Maibaum und das Maibaumaufstellen haben in Salzburg eine lange Tradition. Wenn man im Mai durch das Salzburger Land fährt, sieht man neben den markanten Kirchtürmen in jedem Ort den grünen Wipfel des Maibaums.
Bereits Wochen vor dem 1. Mai wird in den Salzburger Gemeinden eifrig der Baum vorbereitet. Der Baum wird eine Woche vor dem 1. Mai gefällt und dann in einem Schuppen versteckt. Ein besonders hoher und gerader Fichtenstamm wird abgeschnitten und entrindet, nur die Krone bleibt so wie sie ist. Danach umwickelt man den Stamm mit roten Bändern. Aus den Zweigen wird ein Kranz geflochten, um ihn nach dem Aufstellen ganz oben am Maibaum aufzuhängen.

Bis der Baum wirklich steht, heißt es allerdings, die räuberischen Angriffe des Nachbardorfes abzuwehren. Denn in der Nacht vor dem ersten Mai darf der Baum gestohlen werden. Deshalb bleibt er unter strenger Bewachung, denn wenn der Maibaum gestohlen wird, muss der Besitzer ihn mit viel Bier auslösen. Schlimmer ist es allerdings sogar noch, wenn der Baum einfach umgeschnitten wird. Zwischen den einzelnen Dörfern bestehen oft jahrzehnte-alte Fehden wegen der verschiedenen gestohlenen, verbrannten oder umgeschnittenen Maibäume.
Traditionell ist das Maibaumbewachen und -stehlen die Aufgabe der jungen Burschen, allerdings hängt die Ehre des ganzen Dorfes daran. Steht der Baum aber erst sicher auf dem Dorfplatz, wird er mit Blasmusik und einem Fest begrüßt. Bei diesem Fest gibt es einen Kletterwettkampf zum Wipfel, an dem Würste, kleine Preise oder Geldscheine befestigt sind. Der traditionelle Tanz um den Maibaum dauert noch bis tief in die Nacht.

Eine Besonderheit des Salzburger Maibaum ist, dass sich beim Aufstellen der sogenannte "Hans Wurst" immer um den Baum herum befindet oder sich sogar während des Aufstellens auf den Stamm setzt und die Arbeit der Aufsteller verhöhnt.