Brauchtum im Jahreskreis - Der Maibaum.
Wenn man im Mai durch das Salzburger Land fährt, sieht man neben den markanten Kirchtürmen in jedem Ort den grünen Wipfel des Maibaums. Bereits Wochen vor dem 1. Mai wird in den Salzburger Gemeinden eifrig der Baum vorbereitet. Ein besonders gerade und hochgewachsener Fichtenstamm wird vorsichtig umgeschnitten und entrindet. Nur die Krone bleibt stehen. Dann wird der helle Stamm mit roten Bändern umwickelt. Aus den Zweigen flicht man einen großen Kranz, der nach dem Aufstellen ganz oben auf dem Baum hängen wird.
Bis der Baum wirklich steht, heißt es allerdings, die räuberischen Angriffe des Nachbardorfes abzuwehren. Denn in der Nacht vor dem ersten Mai darf der Baum gestohlen werden, und muß dann mit viel Bier ausgelöst werden. Schlimmer ist es allerdings, wenn der Baum einfach umgeschnitten wird! Denn wo soll man dann so schnell einen neuen Baum hernehmen? Zwischen den einzelnen Dörfern bestehen oft jahrzehnte-alte Fehden wegen der verschiedenen gestohlenen, verbrannten oder umgeschnittenen Maibäume.
Ist das Maibaumbewachen und -stehlen Sache der jungen Burschen, so hängt doch die Ehre des ganzen Dorfes daran. Steht der Baum aber erst sicher und stolz auf dem Dorfplatz, wird er mit Blasmusik und einem Fest begrüßt
Eine Besonderheit des Salzburger Maibaum ist, daß beim Aufstellen der "Hans Wurst" immer um den Baum herum ist oder sich sogar während des Aufstellens auf den Stamm sitzt und die Arbeit der Aufsteller verhöhnt.
Der Kletterwettkampf zum Wipfel, an dem Würste, kleine Preise oder Geldscheine befestigt sind, erfordert große Kraft und Schwindelfreiheit von den Bewerbern. Der Tanz um den Maibaum dauert noch bis tief in die Nacht.





