Die Wilde Jagd - Brauchtum im Jahreskreis - Brauchtum - Salzburg-Rundgang

Brauchtum im Jahreskreis - Die Wilde Jagd

Die Wilde Jagd vom Untersberg (das Wilde Gjoad) ist ein sehr alter Brauch, der jedes Jahr am zweiten Adventsdonnerstag im Gebiet des Untersberges ausgeführt wird. Darin verbindet sich christliches Brauchtum, heidnische Überlieferung und historische Wahrheit. Die Wilde Jagd geht ursprünglich auf keltische Rituale zurück, mit denen die kalten Winde und der Gott der Stürme besänftigt werden sollten. Da sie als "heidnischer Brauch" galt, war die Wilde Jagd lange verboten, bei Nichtbeachtung dieses Verbots gab es harte Strafen. Trotzdem konnte dieses Brauchtum bis heute überliefert werden, allerdings wurde es nach dem zweiten Weltkrieg neu belebt.

Die Wilde Jagd beginnt damit, dass die Mitglieder der Heimat- und Brauchtumsgruppe Jung Alpenland in einem Gehöft in ihre wilden Masken schlüpfen.
Dabei gibt es 12 verschiedene Figuren. Diese heißen Vorpercht, Tod, Rabe, Moosweiberl, Baumpercht, Hahnengickerl, Riese Abfalter, Bär, Bärentreiber, Hexe, Habergeißund Saurüssel. Zusätzlich gibt es Schwegler, Kraxenträger und Fackelträgerinnen. Die Zahl 12 in diesem Brauch geht auf die Wichtigkeit der zwölf Nächte, der Raunächte, zwischen dem 21. Dezember (Thomastag) und dem 6. Jänner (Heilige 3 Könige) zurück.
Der gespenstische Eindruck, der durch Masken und Fackeln entsteht, wird verstärkt durch Trommelschläge und schrille Klarinettenklänge. Dadurch werden oft Schaulustige angelockt, die dann durch die Wilde Jagd vertrieben werden.
Die Gruppe zieht um die Höfe und der Vorpercht ruft vor den Bauernhäusern: "Glück hinein, Unglück hinaus, es zieht das Wilde Gjoad ums Haus!".
Von den Veranstaltern wurde beschlossen, dass nicht um Spenden gebettelt wird und der Ablauf geregelt stattfindet, um die wilde JAgd weiterhin als Brauch erscheinen zu lassen.